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Your email address will not be published Text area. So verpassen Sie kein Event: Ich wünsch dir viel Gück. Die Gäste sucht Sonia akribisch aus: Nicht älter als 50, höfliche Umgangsformen, nach Möglichkeit berufstätig. Fast immer kennt sie die Männer von einem der letzten Events, Stammgäste. Ihr Körper ist mit Erdbeerstückchen belegt. Die Herren picken sich kniend die Früchte von der nackten Haut.

Das dient der Stimmungsauflockerung. Dann gibt Sonia das Startsignal. Die Männer drängen an die zwei Frauen, man nimmt unterschiedliche Positionen ein. Ich stehe am Türrahmen und bin der einzige Mensch in dieser Wohnung, der bekleidet ist. Trotzdem kümmert sich keiner um mich. Ungeniert greift der Elektriker nach Sonias Brüsten, die ihrerseits mit ihren Händen zwei Männer gleichzeitig befriedigt.

Der Briefträger filmt derweil die Orgie. Man wechselt sich mit der Kamera ab. Zusätzlich hat Sonia eine Webcam aufgestellt. Alles wird live ins Netz übertragen. Wer zusehen will, muss zahlen. Philip Siegel arbeitet als Redakteur für das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland und als freier Autor.

Sein Spezialgebiet sind Reportagen. Für zwei Bücher hat er ausführlich in der Pornoindustrie recherchiert. Heute kann jeder, der volljährig ist, seine Produkte über das Internet vertreiben. Sogenannte Amateurplattformen fungieren dabei als Marktplatz. Wer sich kostenlos anmeldet, kann seine Clips vertreiben und den persönlichen Kontakt zu den Usern aufbauen. Das ist der Unterschied zu den professionellen Produzenten: Jeder Kunde, also User, kann auf den Amateurplattformen den Darstellern schreiben, ja, diese sogar zu einem Dreh treffen.

Das schafft Nähe, und Nähe ist der Treibstoff, der die Amateurpornografie zu einem lukrativen Geschäftsmodell gemacht hat. Genaue Zahlen sind von den Amateurplattformen nur schwer zu bekommen. Bei den meisten dürften das bestenfalls zweistellige Beträge sein, aber es gibt auch Amateure, die mit dem Sex vor der Kamera gut leben können. Bei Sonia geht es derweil munter weiter. Tatsächlich haben alle Beteiligten ihren Spass.

Es wird viel gelacht. Damit stolziert er nackt vor den anderen auf und ab, die dazu herzlich lachen, aber auch applaudieren. Das hier ist mehr als nur eine Orgie, sondern auch ein geschützter Raum, in dem man Dinge ausprobieren kann.

Der eine oder andere trägt heute auch eine Maske. Das Risiko, erkannt zu werden, ist dann doch zu gross. Sonia ist so eine typische Vertreterin der neuen Amateurpornografie: Es gibt aber auch Amateure, die wollen gar kein Geld verdienen, die wollen neue sexuelle Erfahrungen machen.

Ich bekomme einen Tipp und fahre nach Düren, etwas südöstlich von Essen. Dort steht das grösste Porno-Studio Deutschlands. Schlafzimmer, Büros, Arztpraxen, Nachtclubs, sogar einen Heuschober. Deutsches Alltagsambiente für Amateurpornos, die ein Profi inszeniert. Die Frauen sind die Hauptdarstellerinnen — und sie sind Amateure: Diana, Petra und Manuela, alle um 50 Jahre alt und aus mehr oder weniger bürgerlichen Verhältnissen.

Ungewöhnlich, denke ich, aber warum sollten Frauen in dem Alter nicht auch Pornos drehen? Zumal Petras Begründung dafür auf viele Hobby-Pornografen zutrifft: Hier kann ich was erleben, und befinde mich in einem sicheren Umfeld. Der Produzent hat die Aufsicht. Die 15 Männer, die gekommen sind — auch alles Amateure —, unterschreiben einen Vertrag, sind also namentlich bekannt. Es liegen Kondome bereit. Was Petra, die verheiratete Raumpflegerin, antreibt, ist der sexuelle Kick, ein Abenteuer.

Privat könnte sie so einen Event nicht organisieren. In einem Studio mit vier kreisförmigen roten Polstern geht es los. Die glitzernden Leuchtketten, die von der Decke herabschwingen, könnten so auch in einem Swinger-Club für Stimmung sorgen.

Schon bald hat sich ein Ablauf herausgebildet: Die Männer stehen um das runde Sofa, wer gerade Bock hat, wird tätig und tritt heran. Die Frauen greifen zu oder bieten sich an. Er zieht sich ein Kondom über, während er konzentriert Manuela dabei zusieht, wie sie einen anderen Mann gerade in sich eindringen lässt.

Früher, also bis vor etwa zehn Jahren, war die Gesundheitsvorsorge an den Porno-Sets professionell organisiert: Es gab gründliche Gesundheitstest, die sorgfältig aufbewahrt wurden. Heute erodiert dieses Verhalten an den Rändern. Weder zuverlässige Tests noch Kondome. Das ist grob fahrlässig, wird selten praktiziert, wird aber in Zukunft eher zunehmen. Petra hat gerade einen Orgasmus und presst sich dabei die Hand vor den Mund. Diana lacht vergnügt auf, als ein Mann auf ihren Brüsten kommt.

Die drei älteren Frauen gehen voll mit. Da ist nichts gespielt. Das sind echte Amateure. Dieser Dreh dauert fast eine Stunde, danach hat jede der drei Frauen noch einen Einzelauftritt. Das Material wird dann bei einem professionellen Anbieter zum Kauf angeboten. Später sitzt Manuela im Foyer und trinkt eine Cola. Ihr Kopf ist noch gerötet. Wie ausgerechnet ein Pornoset drei älteren Frauen dazu dient, ihre sexuellen Fantasien auszuleben — wie aus einem professionellen Raum ein intimer Erlebnisort für private Vorlieben wird — das finde ich beeindruckend.

Jenseits von moralischen Selbstverständlichkeiten nehmen sich hier die Frauen etwas heraus, was da draussen, in einem normativen Alltag, für Kopfschütteln sorgen würde. Amateurpornografie als Abenteuerspielplatz für Erwachsene: Das habe ich bei meinen Recherchen öfter erlebt. Aber neben den Hobby-Produzenten wie Sonia oder den echten Amateuren wie den drei jährigen Frauen gibt es noch eine dritte Kategorie im Amateurbereich: Ein Begriff, der sich selbst kurzschliesst, aber zutreffender kaum sein könnte.

Meine nächste Recherche führt mich nach Hamburg. Auf dem Programm steht ein sogenanntes Amateur-User-Treffen. Aber der Reihe nach. Amateure, die sich mit der Pornografie ihren Lebensunterhalt verdienen, müssen in der zunehmenden Konkurrenz bestehen können.

Dort lösen Amateure das unausgesprochene Versprechen der Branche ein: Pornografie nicht nur zum Gucken, sondern auch zum Anfassen. Jeder der Männer, die heute Abend hier auftauchen, muss am Eingang ein Formular unterschreiben, mit dem er seine Bildrechte abtritt.

Das ist der Deal: Tausche Bildrechte gegen Sex vor der Kamera. So stärken die Amateure nicht nur die Bindung zum User, sondern bekommen als günstigen Nebeneffekt auch noch männliche Darsteller, die ohne Bezahlung vor die Kamera treten. Aber genau das führt manchmal zu Situationen, die nicht gerade geschäftsfördernd sind. Denn schon Profis haben als männliche Darsteller mitunter Probleme, vor der Kamera zu bestehen.

Der Nachtclub, der für dieses Amateur-User-Treffen angemietet wurde, hat sich komplett auf die originelle Kundschaft eingestellt. In der obersten Etage ist die Musik bis zum Anschlag aufgedreht. Überall stehen Männer herum, meistens alleine, dazwischen wie kleine leuchtende Inseln die Amateure, die Frauen.

Hier werden die Verabredungen getätigt. Oft hat man sich auch schon Wochen vorher auf den Amateur-Plattformen zum Dreh verabredet.

Der Keller ist das heimliche Zentrum der Nacht, sozusagen das Pornokraftwerk dieser mehr oder weniger improvisierten Clip-Massenproduktion. Sechs Kellerräume wurden mit einfachsten Mitteln zum provisorischen Set umgewandelt — mit Möbeln und Accessoires vom Sperrmüll, so jedenfalls wirkt das lieblos zusammengeschusterte Ambiente.

Auf dem Flur herrscht Drehstau. Immer wieder kommen Amateure mit ihren Usern die Treppe herunter und fragen Dieter, welcher Raum gleich für einen Dreh frei wird. Dann schaut Dieter, ein nett lächelnder Mann mit randloser Brille, auf sein Klemmbrett und runzelt die Stirn.


Der Produzent hat die Aufsicht. Die 15 Männer, die gekommen sind — auch alles Amateure —, unterschreiben einen Vertrag, sind also namentlich bekannt. Es liegen Kondome bereit. Was Petra, die verheiratete Raumpflegerin, antreibt, ist der sexuelle Kick, ein Abenteuer. Privat könnte sie so einen Event nicht organisieren.

In einem Studio mit vier kreisförmigen roten Polstern geht es los. Die glitzernden Leuchtketten, die von der Decke herabschwingen, könnten so auch in einem Swinger-Club für Stimmung sorgen. Schon bald hat sich ein Ablauf herausgebildet: Die Männer stehen um das runde Sofa, wer gerade Bock hat, wird tätig und tritt heran. Die Frauen greifen zu oder bieten sich an. Er zieht sich ein Kondom über, während er konzentriert Manuela dabei zusieht, wie sie einen anderen Mann gerade in sich eindringen lässt.

Früher, also bis vor etwa zehn Jahren, war die Gesundheitsvorsorge an den Porno-Sets professionell organisiert: Es gab gründliche Gesundheitstest, die sorgfältig aufbewahrt wurden. Heute erodiert dieses Verhalten an den Rändern. Weder zuverlässige Tests noch Kondome. Das ist grob fahrlässig, wird selten praktiziert, wird aber in Zukunft eher zunehmen. Petra hat gerade einen Orgasmus und presst sich dabei die Hand vor den Mund. Diana lacht vergnügt auf, als ein Mann auf ihren Brüsten kommt.

Die drei älteren Frauen gehen voll mit. Da ist nichts gespielt. Das sind echte Amateure. Dieser Dreh dauert fast eine Stunde, danach hat jede der drei Frauen noch einen Einzelauftritt. Das Material wird dann bei einem professionellen Anbieter zum Kauf angeboten. Später sitzt Manuela im Foyer und trinkt eine Cola. Ihr Kopf ist noch gerötet. Wie ausgerechnet ein Pornoset drei älteren Frauen dazu dient, ihre sexuellen Fantasien auszuleben — wie aus einem professionellen Raum ein intimer Erlebnisort für private Vorlieben wird — das finde ich beeindruckend.

Jenseits von moralischen Selbstverständlichkeiten nehmen sich hier die Frauen etwas heraus, was da draussen, in einem normativen Alltag, für Kopfschütteln sorgen würde. Amateurpornografie als Abenteuerspielplatz für Erwachsene: Das habe ich bei meinen Recherchen öfter erlebt. Aber neben den Hobby-Produzenten wie Sonia oder den echten Amateuren wie den drei jährigen Frauen gibt es noch eine dritte Kategorie im Amateurbereich: Ein Begriff, der sich selbst kurzschliesst, aber zutreffender kaum sein könnte.

Meine nächste Recherche führt mich nach Hamburg. Auf dem Programm steht ein sogenanntes Amateur-User-Treffen. Aber der Reihe nach. Amateure, die sich mit der Pornografie ihren Lebensunterhalt verdienen, müssen in der zunehmenden Konkurrenz bestehen können. Dort lösen Amateure das unausgesprochene Versprechen der Branche ein: Pornografie nicht nur zum Gucken, sondern auch zum Anfassen. Jeder der Männer, die heute Abend hier auftauchen, muss am Eingang ein Formular unterschreiben, mit dem er seine Bildrechte abtritt.

Das ist der Deal: Tausche Bildrechte gegen Sex vor der Kamera. So stärken die Amateure nicht nur die Bindung zum User, sondern bekommen als günstigen Nebeneffekt auch noch männliche Darsteller, die ohne Bezahlung vor die Kamera treten.

Aber genau das führt manchmal zu Situationen, die nicht gerade geschäftsfördernd sind. Denn schon Profis haben als männliche Darsteller mitunter Probleme, vor der Kamera zu bestehen. Der Nachtclub, der für dieses Amateur-User-Treffen angemietet wurde, hat sich komplett auf die originelle Kundschaft eingestellt.

In der obersten Etage ist die Musik bis zum Anschlag aufgedreht. Überall stehen Männer herum, meistens alleine, dazwischen wie kleine leuchtende Inseln die Amateure, die Frauen. Hier werden die Verabredungen getätigt. Oft hat man sich auch schon Wochen vorher auf den Amateur-Plattformen zum Dreh verabredet.

Der Keller ist das heimliche Zentrum der Nacht, sozusagen das Pornokraftwerk dieser mehr oder weniger improvisierten Clip-Massenproduktion. Sechs Kellerräume wurden mit einfachsten Mitteln zum provisorischen Set umgewandelt — mit Möbeln und Accessoires vom Sperrmüll, so jedenfalls wirkt das lieblos zusammengeschusterte Ambiente. Auf dem Flur herrscht Drehstau. Immer wieder kommen Amateure mit ihren Usern die Treppe herunter und fragen Dieter, welcher Raum gleich für einen Dreh frei wird.

Dann schaut Dieter, ein nett lächelnder Mann mit randloser Brille, auf sein Klemmbrett und runzelt die Stirn. Heute Nacht werden hier fast 60 Porno-Clips entstehen, aufgenommen wie am Fliessband. Wie kann es sein, dass sich immer mehr Menschen beim Sex filmen lassen wollen?

Die Antwort, die ich an diesem Abend gleich mehrfach bekomme, ist so einfach wie einleuchtend: Weil immer mehr Menschen genau das wollen, nämlich pornografischen Sex vor der Kamera. Teil werden einer Fantasie, die man selbst als Seherfahrung schon oft genug hatte — nun selbst Porno zu machen, verspricht einen neuen Kick. Oft genug habe ich von Amateur-Darstellern bei Dreharbeiten gehört, dass es eben dieser Reiz sei, vor der Kamera zu agieren.

Genau das haben die Frauen erkannt, die aus einer anfänglichen Nebentätigkeit ihren Haupterwerb gezimmert haben. Die Profi-Amateure, die sich gerne als authentisch und nahbar gerieren, sind in Wirklichkeit längst Geschäftsfrauen. Es gibt Profi-Amateure wie die Berlinerin Aische Pervers, die eigens eine Dreh-Wohnung gemietet hat, in der sie für die Kamera simulieren kann, ganz privat zu sein.

Sie dreht heute nicht, ihre Brust-OP ist noch zu frisch, Schonung ist angesagt. Sie arbeitet exklusiv für eine Amateurplattform, das heisst, sie bekommt mehr von dem Kuchen, der verteilt wird. Lucy sieht sich als Profi, der auf — wie sie sagt — Qualität achtet. Jetzt, in den Zeiten des Internets, stösst dieses Versprechen an seine Grenzen, weil es immer mehr ums Geld verdienen und immer weniger um den Ursprungsgedanken authentischer Sexualität geht.

Gleichzeitig passt diese Form der Pornografie in die Zeit der sozialen Medien. Die Amateurpornografie ist sozusagen die Königsdisziplin der exhibitionistischen Aufmerksamkeitsgenerierung — mehr Selbstdarstellung geht nun mal nicht. Gleichzeitig wird der Grat zwischen sexueller Banalisierung und dem ungefährlichen und selbstbestimmten Ausleben sexueller Fantasien immer schmaler.

So schmal, dass es manchmal gar nicht mehr um Pornografie geht. Denn längst haben Prostituierte die Amateurplattformen als eine Art Werbemedium für sich entdeckt. Mit Clips werben sie für ihre Vorzüge, geköderten Usern wird dann ein Angebot zu bezahltem Sex gemacht. Aber nicht nur das: Sie selbst behaupten dann, es handle sich um eine Aufwandsentschädigung, aber würde man die Kamera wegnehmen, würde aus Pornografie ganz schnell Prostitution.

Eigentlich ist es verwunderlich, dass viele Amateure, die dieses Vorgehen bereits praktizieren, so vehement auf ihren Status als Porno-Darstellerin beharren. Als wäre es ein sozialer Abstieg, wenn man plötzlich als Prostituierte bezeichnet würde. Porno-Amateure können Menschen sein, die das sexuelle Abenteuer suchen, nebenher mit Porno Geld für die Urlaubskasse verdienen oder als Profi-Amateure gar ihren Lebensunterhalt bestreiten. Oder sie sind schon gar keine Amateure mehr, sondern haben sich längst als Prostituierte aufgestellt.

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Bei Sonia geht es derweil munter weiter. Tatsächlich haben alle Beteiligten ihren Spass. Es wird viel gelacht. Damit stolziert er nackt vor den anderen auf und ab, die dazu herzlich lachen, aber auch applaudieren. Das hier ist mehr als nur eine Orgie, sondern auch ein geschützter Raum, in dem man Dinge ausprobieren kann.

Der eine oder andere trägt heute auch eine Maske. Das Risiko, erkannt zu werden, ist dann doch zu gross. Sonia ist so eine typische Vertreterin der neuen Amateurpornografie: Es gibt aber auch Amateure, die wollen gar kein Geld verdienen, die wollen neue sexuelle Erfahrungen machen. Ich bekomme einen Tipp und fahre nach Düren, etwas südöstlich von Essen.

Dort steht das grösste Porno-Studio Deutschlands. Schlafzimmer, Büros, Arztpraxen, Nachtclubs, sogar einen Heuschober. Deutsches Alltagsambiente für Amateurpornos, die ein Profi inszeniert. Die Frauen sind die Hauptdarstellerinnen — und sie sind Amateure: Diana, Petra und Manuela, alle um 50 Jahre alt und aus mehr oder weniger bürgerlichen Verhältnissen.

Ungewöhnlich, denke ich, aber warum sollten Frauen in dem Alter nicht auch Pornos drehen? Zumal Petras Begründung dafür auf viele Hobby-Pornografen zutrifft: Hier kann ich was erleben, und befinde mich in einem sicheren Umfeld.

Der Produzent hat die Aufsicht. Die 15 Männer, die gekommen sind — auch alles Amateure —, unterschreiben einen Vertrag, sind also namentlich bekannt. Es liegen Kondome bereit. Was Petra, die verheiratete Raumpflegerin, antreibt, ist der sexuelle Kick, ein Abenteuer. Privat könnte sie so einen Event nicht organisieren. In einem Studio mit vier kreisförmigen roten Polstern geht es los. Die glitzernden Leuchtketten, die von der Decke herabschwingen, könnten so auch in einem Swinger-Club für Stimmung sorgen.

Schon bald hat sich ein Ablauf herausgebildet: Die Männer stehen um das runde Sofa, wer gerade Bock hat, wird tätig und tritt heran. Die Frauen greifen zu oder bieten sich an. Er zieht sich ein Kondom über, während er konzentriert Manuela dabei zusieht, wie sie einen anderen Mann gerade in sich eindringen lässt.

Früher, also bis vor etwa zehn Jahren, war die Gesundheitsvorsorge an den Porno-Sets professionell organisiert: Es gab gründliche Gesundheitstest, die sorgfältig aufbewahrt wurden. Heute erodiert dieses Verhalten an den Rändern. Weder zuverlässige Tests noch Kondome. Das ist grob fahrlässig, wird selten praktiziert, wird aber in Zukunft eher zunehmen. Petra hat gerade einen Orgasmus und presst sich dabei die Hand vor den Mund. Diana lacht vergnügt auf, als ein Mann auf ihren Brüsten kommt.

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Das ist der Deal: Tausche Bildrechte gegen Sex vor der Kamera. So stärken die Amateure nicht nur die Bindung zum User, sondern bekommen als günstigen Nebeneffekt auch noch männliche Darsteller, die ohne Bezahlung vor die Kamera treten. Aber genau das führt manchmal zu Situationen, die nicht gerade geschäftsfördernd sind.

Denn schon Profis haben als männliche Darsteller mitunter Probleme, vor der Kamera zu bestehen. Der Nachtclub, der für dieses Amateur-User-Treffen angemietet wurde, hat sich komplett auf die originelle Kundschaft eingestellt. In der obersten Etage ist die Musik bis zum Anschlag aufgedreht.

Überall stehen Männer herum, meistens alleine, dazwischen wie kleine leuchtende Inseln die Amateure, die Frauen. Hier werden die Verabredungen getätigt. Oft hat man sich auch schon Wochen vorher auf den Amateur-Plattformen zum Dreh verabredet. Der Keller ist das heimliche Zentrum der Nacht, sozusagen das Pornokraftwerk dieser mehr oder weniger improvisierten Clip-Massenproduktion. Sechs Kellerräume wurden mit einfachsten Mitteln zum provisorischen Set umgewandelt — mit Möbeln und Accessoires vom Sperrmüll, so jedenfalls wirkt das lieblos zusammengeschusterte Ambiente.

Auf dem Flur herrscht Drehstau. Immer wieder kommen Amateure mit ihren Usern die Treppe herunter und fragen Dieter, welcher Raum gleich für einen Dreh frei wird. Dann schaut Dieter, ein nett lächelnder Mann mit randloser Brille, auf sein Klemmbrett und runzelt die Stirn.

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